Vom Mond

Vom Mond

FÜR MEINEN PAPA

Der Mond scheint hell und die Sterne funkeln. Ich mache mir mehr Gedanken denn je über das Universum, seit du schläfst, Papa.

Ich hatte so viel Angst, dass dein letztes Wort an Mama und mich war, dass man dich loslassen soll.

„Aufmachen, ich will nach Hause!“, hast du gerufen.

Nun bin ich beruhigter, weil du dich im Heilschlaf erholen kannst. Du hast mir immer den Weg gezeigt, auch wenn ich nicht immer den gegangen bin, den du mir empfohlen hast.

Du hast Alles für mich getan, nun will ich Alles für dich tun, was mir möglich ist, um dich gesund wieder zu bekommen.

Du zeigtest mir so viel von der Welt und hast mir alle Türen geöffnet, um mich entfalten zu können, meine Spinnereien hingenommen, ob in Schule oder Beruf.

Du kennst mich mein Leben lang, ich kenne dich, seit ich lebe. Manchmal frage ich mich nun, ob ich dich im Laufe der Jahre zu wenig gefragt habe, wie es dir wirklich geht. Du warst oft so traurig. In der letzten Zeit bist du so feinfühlig geworden, sprichst aber nie über deine eigenen Wünsche und Bedürfnisse.

Du gibst und gabst immer alles für uns, für unser Wohlergehen. Materielles bedeutet dir nichts. Mit der Natur, den Bergen und deiner wunderschönen Heimat bist du verbunden, deine Zufriedenheit beruht auf den Kleinigkeiten, die das Leben dir bietet.

Du bist vielen Menschen weit voraus. Alle Gipfel der Alpen hast du erklommen, nun bist du in einem Tal, aus dem wir drei gemeinsam wieder herauskommen, haben wir doch schon einige Täler erfolgreich durchschritten.

Auch wenn du es mir nicht glaubst, trotz unterschiedlicher Interessen bist du der Mann, der mir alle Pforten des Glücklichseins geöffnet hat.

Niemals nachtragend, politisch engangiert, ein sozialer Rebell im tiefschwarzen Bayern.

Der Mond ist unbewohnt, doch zieht er mich seit meiner Kindheit magisch an. Er verleiht mir Text. Dieser Planet, er schläft und ist dennoch wach. Genau wie du im Moment. Er beeinflusst die Menschen unbewusst wie du mich.

Du bist mein Weg, ohne dich würde ich nicht existieren. Bald wirst du aufwachen und ich hoffe, dass wir das tun können, was wir vor kurzem noch geplant haben: Das Watzmannhaus, dein Lieblingsberg. Ich möchte mit dir da oben in die Sterne schauen und nicht zu einem Gott, den es nicht gibt. Es gibt noch so viele Dinge, die ich mit dir besprechen möchte, weil du dich viel besser damit auskennst. Denn du bist mein Papa.

Bitte wach´ auf, wir lieben und brauchen dich!

Tag und Nacht denke ich an dich, die Ärzte geben jeden Tag positive Meldungen. Reischls geben nicht auf. Du bist in guten Händen.

Wenn du deine Augen wieder öffnest, werde ich da sein wie Mama auch. Wir werden dir so viel Erholung geben, wie es nur geht.

Wir bauen gemeinsam die Treppe zum Mond aus, um diese Welt von oben zu betrachten, dazu sind wir geistig locker fähig. Wir haben Stärke. Oft denke ich, du stehst über allem. Wahrscheinlich tust du das auch. In unserer Familie gibt es keine Dummen, die einer verdammten Religion nachhetzen. Wir sind hellwach und du bist es auch bald wieder.

Wir lieben dich, Papa! Wir vertrauen der Wissenschaft…und deiner gesunden Kraft!

Dein dich über alles liebender Sohn Roman

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