Nächtebuch – 6. Eintrag: Nebel

In die Ferne zu sehen

An diesem Morgen unmöglich

Die Sicht versperrt

Durch feuchte Luft

Im Morgennebel der Alpen

Harter Winter, kalte Nächte

 

Sich durch die Straßen zu schlängeln

Dort drüben in China

Dem nächsten fast aufgefahren

Auf Grund des schweren Dunstes

Im Smog der Metropole

Winter wie Sommer, Tag und Nacht

 

Den Kopf wieder frei zu bekommen

Nach der durchzechten Hurennacht

In einer Baracke in Los Angeles

Vernebelte Gedanken durch Alkohol und Drogen

Tiefer Sturz im goldenen Mantel

Der Sinn des Lebens, rund um die Uhr?

 

Frauen an der brennenden Front

Weil die Männer schon gefallen

Durch die syrischen Rebellen

Der Rauch steht kurz vor Assad´ s Haus

Trübe Aussicht

Die Welt sieht zu, zu wenig Öl

 

Der kleine Flughafen

Wird vergrößert, um denjenigen zu helfen

Die Samstags in London shoppen gehen

Derweilen sie in München leben

Das Kerosin verdampft

Hat Afrika heut´ schon gegessen?

 

Die Nebelschwaden, ob hell oder finster

Sperren uns langsam ein

Der Weitblick fehlt für´ s Wesentliche

Im Universum, da ist Sternenstaub

Ich kann ihn nur nicht sehen

Zu vollgepumt ist diese Welt

Um das zu erkennen

Ist kein Fernglas nötig

Hier hilft bestenfalls

Ein wenig Sonnenschein

 

(c) Roman Reischl, Januar 2013

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