Sternzeichenlyrik: STEINBOCK

Workaholic

 

Niemand hasst Lügen so wie er, seine Ehrlichkeit sollte nicht ausgenutzt werden, denn durch seine Sorglosigkeit meint er es mit den meisten wirklich gut. Er arbeitet durchaus auch mal für zwei Personen. Wichtige Dinge einfach liegen lassen kommt für ihn einfach nicht in Frage.

 

Zur Geschichte:

 

Jemand, der den Beruf des Kaufmanns erlernt hat und schon seit seiner Jugend weiß, dass das Ein- und Verkaufen die Berufung seines Lebens ist, hat seine Bestimmung gefunden. Nirgends kann man so schnell aufsteigen und Erfolg haben, als wenn man ein gewitzter Geschäftemacher ist. Klaus aus Darmstadt in Hessen ging diesen Weg. Nicht umsonst landete er schnell in der Hessenmetropole Frankfurt am Main und war anfangs einer der Jüngsten in der Führungsetage seines Betriebes.

Er engagierte sich nicht nur im Tagesgeschäft, sondern auch im Betriebsrat. Demzufolge begab er sich auch sehr früh in den Hafen der Ehe.

 

Seine Frau Carla konnte als Hausfrau fungieren und nach wenigen Jahren auch ihren Traum verwirklichen, mit ihrem Gatten nach Bayern zu ziehen. Klaus wurde innerhalb des Konzerns nach München versetzt und erhielt dort prompt die Stelle des stellvertretenden Direktors.

Das gemeinsame Interesse des jungen Ehepaares für die Berge ging nun im Einklang mit dem beruflichen Erfolg von Klaus.

 

Trotz allem wurde der tüchtige Mann niemals überheblich, geschweige denn seiner Frau untreu. Im Gegenteil, seine Fürsorglichkeit wuchs von Tag zu Tag, besonders als Carla schwanger wurde.

 

Kurz nach der Geburt des Kindes jedoch bekam Klaus ein Angebot aus Zürich. Er hatte die Möglichkeit, dort als Betriebsleiter Chef über knapp 1000 Angestellte zu werden. Seine Frau und er waren sich einig, dass diese einmalige Chance nicht ausgelassen werden durfte. Jedoch planten sie, dass das kleine Häuschen, das bereits ihr Eigentum war, nicht aufgegeben werden sollte. Carla blieb demnach in München und die Ehe wurde jahrelang über die Ferne geführt.

 

Klaus entwickelte sich zum richtiggehenden Arbeitstier. Er bemerkte nicht, dass seine geliebte Ehefrau durch seine Arbeitswoche in der Schweiz immer mehr den Bezug zu Klaus verlor. Es dauerte nicht lange, dass sie sich heimlich mit einem Anderen traf. Ein Doppelleben in Sachen Liebe gestaltete sich nicht schwierig, denn der Geschäftsmann kam auf Grund von seinem hohen Pensum immer seltener nach Deutschland.

 

Dem Glück war nicht nur deshalb ein jähes Ende beschert. Klaus war süchtig. Süchtig nach Arbeit und Macht. Er bemerkte es leider viel zu spät. Es kam zum Zusammenbruch. Nach einem Rehaprogramm wegen Burn Out ging er wieder zur Arbeit wie zuvor. Der uneinsichtige Steinbock ging erst nach Jahren wieder zum Arzt und klagte über Herzschmerzen. Die Trennung von Carla war ohnehin nur noch eine Frage der Zeit.

 

Ein Workaholic kann sich und sein Umfeld genauso zerstören wie jeder andere Abhängige. Leider wird sein Suchtmittel hoch geschätzt und macht ihn über Jahrzehnte sehr beliebt. Klaus lebt mittlerweile in einem Pflegeheim. Er leidet neben den psychischen Folgen auch an Herzschwäche und einem kaputten Rücken.

 

Dennoch ist er ein liebender Mensch geblieben, der die Welt nicht verflucht, auch wenn er alles verloren hat. Klaus hält steten Kontakt mit seinem Sohn und geht viel in die Natur. Dort schreibt er dann Gedichte oder philosophiert über diese Gesellschaft. Demnächst möchte er ein Buch schreiben. Es soll von Freiheit handeln, weiterhin von Genuss und dem wahren Leben, das er mit Sicherheit einmal besaß.

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